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rosner stephanDoppelte Abiturjahrgänge, ein wachsender Fachkräftebedarf sowie eine steigende Studiennachfrage: Diese drei Merkmale beschreiben die Situation der Universitäten und Fachhochschulen bundesweit sehr treffend und sind auch Teil der Realität an Sachsen- Anhalts Hochschulen. Angesichts dieser Situation beschloss die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) - eine Konferenz der für Wissenschaft, Forschung und Finanzen zuständigen Senatoren und Minister der Länder und des Bundes - am 12. April die Mittel für den Hochschulpakt signifikant zu erhöhen. Da diese Mittel ein wichtiges Element der Finanzierung der Wissenschaft und damit auch der Hochschulbildung sind, ist die geplante Erhöhung um mehrere Millionen Euro ein deutliches Signal für den Ausbau von Hochschulen und Studiengängen.

Die Wissenschaftsministerin Sachsen- Anhalts, Birgitta Wolff, kündigte aber bereits massive Bedenken an und stellte die Kofinanzierung des Landes infrage. Das Wegfallen dieser Eigenleistungen würde jedoch zu einem Verlust der Hochschulpaktmittel führen.

Dazu erklärte der Juso- Landesvorsitzende Andrej Stephan: „Sollte das Wissenschaftsministerium unter Frau Wolff nicht in der Lage sein, die Hochschulpaktmittel mittels einer Ko- Finanzierung sicherzustellen, wäre dies ein fatales Signal und würde Sachsen- Anhalt im bundesweiten Vergleich enorm schwächen. Frau Wolff ist gut beraten, im Kabinett energisch für die Ko- Finanzierung einzutreten, endlich eine Zukunftsperspektive für die Hochschullandschaft in Sachsen- Anhalt zu entwickeln und die allein auf Finanzen, nicht aber auf Strukturen fokussierte Spardebatte im Land damit zu beenden."

Die stellvertretende Juso- Landesvorsitzende Tina Rosner äußerte sich zum Beschluss der Wissenschaftskonferenz, die Mittel des Hochschulpaktes deutlich zu erhöhen, ergänzend: „Dieses wichtige Signal, dass wir die Studiengänge weiter ausbauen müssen und eine nachhaltige Stärkung der Hochschulen für die Zukunft unseres Landes unabdingbar ist, muss auch in Sachsen- Anhalt endlich verstanden werden. Es kann nicht sein, dass bundesweit ein Konsens zur Verbesserung der Studienmöglichkeiten herrscht und in Sachsen- Anhalt darüber nachgedacht wird, die Hochschullandschaft in einer Art und Weise durch Sparmaßnahmen zu gefährden, dass die Zukunft des ganzen Landes davon negativ beeinflusst wird."

Angedacht ist, die Mittel des Hochschulpaktes deutlich zu erhöhen. So sollen im Zeitraum zwischen 2011 und 2015 allein bereits 2,2 Milliarden mehr, und damit insgesamt 7 Milliarden, zur Verfügung gestellt werden. Auch in den anschließenden Förderzeiträumen der Hochschulpaktmittel sollen die Summen deutlich nach oben korrigiert werden.