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Gemeinsame Erklärung von AWO-Jugendwerk Sachsen-Anhalt, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt, Bündnis Studierende gegen Rechts, DIE LINKE. Sachsen-Anhalt, Front Deutscher Äpfel Sachsen-Anhalt, Jusos Magdeburg

Nazis wollen sich präsentieren. Mit Aufmärschen beanspruchen sie den öffentlichen Raum, um sich selbst als stark zu erleben und zugleich andere einzuschüchtern. Wir stellen uns dagegen. Wir greifen ein, wenn Menschen beleidigt und bedroht werden. Wir bekämpfen strukturelle Diskriminierungen mit unseren politischen Mitteln. Wir wollen eine Gesellschaft, in der faktisch gleiche Rechte für alle Menschen gültig sind. jusos vs nazisWir stellen uns dagegen, wenn Nazis die Geschichte für sich nutzbar machen wollen. Wir wollen keine Nazis auf der Straße, nicht im Parlament und vor keinem Schulhof. Wir brauchen gegen die Nazis unsere Entschlossenheit, unsere Solidarität und unseren Bürgersinn. Am 12. und am 19. Januar stellen wir uns gegen die Nazis und zeigen Präsenz. Blockaden waren bereits in vielen Städten erfolgreich, zu ihrem Erfolg braucht es nicht Gewalt, sondern einfach sehr viele Menschen.

Magdeburg war lang genug Experimentierfeld der Nazis. Es ist an der Zeit, eine Stadt der gelebten Demokratie zu werden. Wir wollen keine Inszenierungen der Nazis, egal in welchen Stadtteil sie aufmarschieren wollen.

Wir rufen auf, sich an Blockaden und Protesten gegen die Nazis zu beteiligen. Viele Menschen werden bereits in Magdeburg erwartet, es müssen noch mehr werden. Wir wollen vielfältige Aktionen für unterschiedliche Menschen – gewaltfrei, kreativ, entschlossen gegen Menschenverachtung, Rassismus und Geschichtsrevisionismus.

Wir halten nichts davon, Blockaden als Gewalt zu diffamieren. Wir halten ebenso nichts davon, Aktionsformen und demokratische Akteure mit zweierlei Maß zu messen. Jede gewaltfreie Form des Protests ist willkommen – ob Meile, Mahnwache oder Blockade.

Wir unterstützen den Aufruf des Bündnisses gegen Rechts Magdeburg zum Januar 2013. Darin wird zu vielfältigen und friedlichen Aktionen überall in der Stadt aufgerufen. Die Meile ist ein wichtiger Anlaufpunkt für viele Engagierte. Dennoch wollen wir uns mit den Naziaufmärschen am 12. und 19. Januar 2013 noch offensiver auseinander setzen.

Wir sind fester Partner aller, die sich an einer gewaltfreien und vielfältigen Blockade der Naziroute beteiligen. Für uns ist die Blockade von Neonaziaufmärschen ein legitimes Mittel des zivilen Ungehorsams. Wir widersprechen allen, die versuchen friedlichen Protest zu kriminalisieren oder ihn durch Anwendung oder Androhung von Gewalt zu verhindern. Die Städte Dresden und Jena haben bewiesen, dass man mit einer breiten Mobilisierung zu friedlichen Blockaden rechte Aufmärsche stoppen kann.