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Die Jusos Magdeburg widersprechen den Aussagen des innenpolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalts. Kolze gab in einer Pressemitteilung vom 06.05.2010 an, das es "die Pflicht [ist], sich für eine Staatsbürgerschaft entscheiden zu müssen". Weiterhin führte Kolze aus, dass es "ein unverzichtbarer Bestandteil der Integration [ist]. Die Entscheidung zeigt, welchem Staat man sich zur Loyalität verpflichtet fühlt." Hintergrund seiner Aussage ist die seit 2000 bestehende Optionspflicht für Kinder ausländischer Familien in Deutschland. Demnach erhalten Kinder ausländischer Eltern mit der Geburt in Deutschland zwei Staatsbürgerschaften. Ab dem 18. bis 23. Lebensjahr müssen sich diese jedoch für die deutsche Staatsbürgerschaft entscheiden. Tun sie dies nicht, droht ihnen die Ausbürgerung.

Jährlich erhalten bundesweit über 40.000 Kinder aus ausländischen Familien neben der Staatsbürgerschaft ihrer Eltern auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Gemäß der Regelungen zur Optionspflicht besteht eine Meldepflicht, wenn heranwachsende ausländische Jugendliche die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen möchten. Ohne eine Meldung beim hiesigen Ausländeramt erfolgt automatisch die Ausbürgerung. Eine Praxis, die die Stellung hier lebender ausländischer Jugendlicher in unserer Gesellschaft in Frage stellt.

Die Jusos Magdeburg betonen, dass eine doppelte Staatsbürgerschaft im europäischen Kontext weniger die Loyalität zu Deutschland belastet, dafür umso mehr etwas Verbindendes zwischen den Nationen Europas und der Welt herstellt. Die Optionspflicht versetzt Kinder und Jugendliche in Deutschland in den Umstand, Deutsche auf Abruf zu sein. Es darf keine Bürger zweiter Klasse in Magdeburg geben und somit ist eine Abschaffung der Optionspflicht ohne Kompromisse zu begrüßen. Mehrstaatlichkeit sollte in einem modernen und demokratischen Europa eine Selbstverständlichkeit sein, wenn Nationen und Gesellschaften weiter zusammenwachsen wollen.

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http://www.wider-den-optionszwang.de/