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wbh1wbh3Der #Schulzzug erreichte auf der Jugendkonferenz 2017 auch die Jusos. Mit der Forderung nach mehr Europa und dem Werben für Empathie sorgte Martin Schulz für Sprechchöre und Begeisterung.

Mit Spannung hatten viele Jusos die Rede von Martin Schulz erwartet. „Es muss definitiv noch konkreter werden. Ich erhoffe mir von der Rede ein paar mehr Details für den Wahlkampf“, sagt Juso Lukas Hofmann aus Berlin im Vorfeld der Rede. Auf der Jugendkonferenz 2017 wollen die Jusos die Themen besprechen, die aus ihrer Sicht ins Wahlprogramm gehören. „Wir wären ja nicht die Jusos, wenn wir nicht auch einen langen Forderungskatalog hätten“, betonte die Bundesvorsitzende der Jusos Johanna Uekermann. In ihrer Begrüßungsrede gab sie die Marschroute vor: „Wir wollen kämpfen, weil wir endlich Merkels Zeit beenden wollen.“
Gerechtigkeit beginnt bei den Verwundbarsten

Diese Kampfansage griff Martin Schulz gern auf. Der Anspruch der SPD, die stärkste Partei in Deutschland zu werden, sei realistisch. „Das haben die vergangenen Wochen gezeigt“, betonte Schulz. Gleich zu Beginn der Rede wurde er konkret. Gerechtigkeit beginne mit dem, was die Verwundbarsten in der Gesellschaft brauchen. In Deutschland gehörten dazu vor allem alleinerziehende Frauen. Daher brauche es gebührenfreie Kitas. „Gute Qualifikation beginnt in der Kita und endet in der Universität oder im Ausbildungsberuf.“

Zentrales Thema der Schulz-Rede war die Empathie für jeden einzelnen Menschen. Zum Benennen von Problem müssten sich Sozialdemokraten in die Menschen hineinversetzen können. Die SPD müsse verstehen, wenn Menschen nachts um den Schlaf gebracht würden, weil sie mit Sorge in die Zukunft schauen. Für Begeisterung sorgte an dieser Stelle die Forderung von Martin Schulz, befristete Arbeitsverhältnisse ohne sachlichen Grund abzuschaffen. Diese Art Beschäftigungsverhältnis sei als Ausnahme gedacht gewesen und zur Regel gemacht worden. In Folge dessen hätten viele Menschen das Gefühl, dass sie und ihre Arbeit nicht respektiert würden. Großen Applaus erntete Schulz für die Forderung, für Unternehmen das Land des Gewinns zum Land der Steuer zu machen.
Schulz will „europäisches Deutschland“

Fahrt nahm Schulz beim Thema Europa auf. Mit ihm als Bundeskanzler werde es keine Abkehr von pro-europäischer Politik geben, betonte Schulz. Die Idee der Europäischen Union sei, Trennendes zu überwinden. Leuten, die nun sagten, die EU und ihre Idee seien am Ende, erteilte Schulz eine klare Absage. Die Alternative für Deutschland sei mit ihren Ansichten „keine Alternative, sondern eine Schande für die BRD“. Der designierte Vorsitzende der SPD kündigte an, in jeder internationalen Frage einen Leitsatz zu haben: „Ich will ein europäisches Deutschland.“

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