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Gegenveranstaltung in Magdeburg Foto: Thomas OppNach der "Deutschlandtour" im vergangenen Jahr, kommt die NPD auch in diesem mit der „Deutschlandfahrt" für einen Tag nach Sachsen-Anhalt. Am Dienstag den 17. September war, bevor sie zum planmäßigen Halt auf dem Marktplatz in Halle aufbrach, die erste Station der Willy-Brandt-Platz vor dem Magdeburger Hauptbahnhof. Mit einem Renault-LKW begleiteten 8 Rechtsextreme dieses Spektakel. Einigen Magdeburger "Kameraden" wurde verweigert neben, bzw. hinter Pastörs zu stehen, vermutlich entsprachen ihre Kaputzenpullis mit "Los Angeles" oder "Yakuza"-Aufschrift nicht ganz der gewünschten Außenwirkung.

Stinkefinger Foto: Thomas Opp

In Halle schaffte es das Nazi-Häuflein nicht einmal zum ersehnten Marktplatz und musste in einer Nebenstraße - frustriert und eingekesselt - eine kümmerliche Kundgebung im Rinnstein abhalten. An beiden Orten wurde der mit Lautsprechern bestückte LKW bereits von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern erwartet, die ihren Unmut über die NPD und ihrem menschenverachtenden Gedankengut mit bunten und vielfältigen Protest gezeigt haben. Wir Jusos waren neben vielen anderen Organisationen, Verbänden und Parteien selbstverständlich ebenfalls an den Gegenprotesten beteiligt. Von den Sympathisanten der NPD war allerdings bei beiden Aktionen nicht viel zu sehen.

Die wenigen NPBlockade in Halle Foto: Franca MeyeDler spielten , wie auch bei ihren bundesweiten Veranstaltungen in den letzten Tagen und Wochen, ihr hetzerisches Standardprogramm ab, wohl wissend, dass sie die anwesenden Personen nicht überzeugen konnten, was sowohl an den rassistischen Inhalten als auch an der schlechten Akustik lag.
"Die geringe Aktivität der hiesigen NPD und ihrer Anhänger ist nur ein weiteres Beispiel für deren fehlende Kampagnenfähigkeit seit der verlorenen Landtagswahl 2011", so Kai Dethloff (stellv. Koordinator des LAK gegen Rechtsextremismus). "Die bundesweite Tour der NPD ist ein kläglicher Versuch dem drohenden Bedeutungsverlust innerhalb des rechten Spektrums zu entkommen", so Dethloff weiter.

Im letzten Jahr wurde "Die Rechte" gegründet, eine Partei die weitestgehend aus den Resten der DVU hervorging und sich jetzt schon darauf vorbereitet, die NPD im Falle eines erfolgreichen Verbotsverfahrens zu beerben. Anfang dieses Jahres gründete sich die "Euro-kritische" Partei "Alternative für Deutschland", die ebenfalls Stimmen im rechten Lager gewinnen will.
"Trotz der drohenden Zersplitterung im rechten Lager und dem – von einigen Plakatierungsaktionen abgesehen - geringen Engagement der NPD in Sachsen-Anhalt, bleibt der Rechtsextremismus auch weiterhin ein großes gesellschaftliches Problem dem wir Jusos uns stellen müssen." so Kai Dethloff abschließend.