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„Der einstmals größte Nazi- Aufmarsch Europas ist zu deren größter Niederlage geworden. Diese Entwicklung wird uns in unserem Engagement gegen andere rechte Aufmärsche bestärken", bilanziert Kai Dethloff, stellvertretender Koordinator des Juso- Landesarbeitskreises „gegen Rechtsextremismus" die Geschehnisse der letzten Woche in Dresden.dd2012

Seit den Neunziger Jahren hat sich der Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 für die rechte Szene zunehmend zum wichtigsten Aufmarsch des Jahres entwickelt. Als Reaktion auf diese Instrumentalisierung des Gedenkens an die Opfer organisierte sich ein breites Spektrum aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und anderen Vertretern der Zivilgesellschaft, die es sich jedes Jahr erneut zum Ziel gesetzt haben, den Trauermarsch der Nazis durch zivilen Ungehorsam zu verhindern. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Misserfolgen gelang es in den letzten beiden Jahren den Aufmarsch der Rechten weitestgehend zu stoppen.

Als Reaktion auf diese Niederlagen nahmen die Beschwerden über die Siege der Gegendemonstranten in den rechten Szene- Foren zu, während den Verantwortlichen der Aufmärsche abwechselnd Unfähigkeit, Feigheit oder „Kollaboration mit dem Feind" vorgeworfen wurde und die Anzahl der aufmarschwilligen Neonazis sank von 8.000 im Jahre 2010 auf Null am 18. Februar 2012.Am vergangenen Montag versuchten noch 1.600 Rechte ein letztes Mal die Oberhand zu gewinnen, mussten ihre Route aber derart stark verringern, dass selbst eingefleischte Nazis den 13. Februar 2012 als Niederlage werten mussten.

Aufgrund dieser Niederlagen verzichteten die Rechtsextremen am Samstag auf jegliche Veranstaltungen in Dresden und trotz der Ankündigung Deutschlandweit dezentrale Trauermärsche abzuhalten, ist es zu keinen ernstzunehmenden Aktionen der Rechten gekommen.

So konnten an dem Wochenende mehrere tausend Bürger dem Aufruf des Bündnisses „Dresden Nazifrei" folgen und bei mildem, sonnigen Wetter und bester Stimmung in aller Ruhe in Dresden ein klares Zeichen setzen gegen Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz, Rassismus sowie auch gegen den zweifelhaften Umgang der sächsischen Behörden mit der rechtsextremen Gefahr und der Kriminalisierung von Personen, die sich friedlich gegen diese Bedrohung stellen wollen.

„Das Fazit des Tages: Dresden erfolgreich. Dessau- Roßlau, wir kommen!" verspricht Dethloff abschließend.